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die letzte Fahrt

Wir starten in Mailand aber diesmal ohne richtiges Ziel, weil wir nur eine 280km Distanz vor uns haben und jede Menge Zeit. Verlanden wird erst gegen 21Uhr.
Mein erster Vorschlag heißt „Autobahn vermeiden“, ihr erster Vorschlag „George Clooney“.
Zwar gibt es Point of Interessts im Navi aber George Clooney ist nicht dabei, ich tippse also Como ins Gerät. What else?
Was ich nicht wusste um Mailand zu verlassen und zum wirklich nahe gelegenen Comer See zu gelangen fährt nur durch Kleinstädte. Eine nach der Anderen, die Durchschnittsgeschw. Reduziert sich dabei auf ca. 50kmh und mein Frust beinahe auf 100%.
Irgendwann landen wir dann vor der Altstadt Como´s und siehe da, jemand hat für meine Holde einen Fetzen-Markt aufgebaut. (Fetzn, umgangssprachlich für: die abwertende Klassifizierung von einem Kleidungsstück) Was hab ich für ein Glück, nicht das mich die Kolonen Fahrerei an den Rande des Wahnsinns getrieben hätte, jetzt habe ich die Chance mich zu beruhigen während ich der Holden nachwatschle und zusehen wie sie sich durch Blusen, Röcke, Schals und Hosen gräbt. Kann man alles brauchen, man weiß ja nie. (ganz bestimmt, der nächste nukleare Winter kommt bald und dann werden wir über die Fetzn froh sein)
Weil wir uns hier aber kein ruhiges Plätzchen finden fahren wir direkt an den See und gehen in die „Bavarian Beer Pizzeria“ um einen Kaffee zu trinken. Der Grund warum ich den ersten Schluck in einem Schwall auf die Straße spucke liegt daran dass ich mich verschluckt habe, sonst war er eigentlich gut. Der Holden ist es egal warum und sie lacht weiter…
Wir haben zwar George nicht gefunden dafür aber den Comer See entdeckt und der ist wunderschön, riesengroß und mit prachtvollen Villen übersät. Hier könnte man es schon aushalten aber wir müssen weiter, das Navi schickt und gleich um die Ecke zum Lugano See.
Der verhält sich ähnlich dem Comer See ist aber um ca. 400m höher, quasi im nächten Tal.
Weil wir hier nicht verweilen wollen und die Uhr schon ca. 14uhr verkündet fahren wir weiter und jetzt in der Schweiz.
Die Schweiz hat schon einiges zu bieten zB. einen 98Oktan Benzin Preis von 1,995€ (für normale Menschen 2&euro und eine Straßenverkehrsordnung die Geschwindigkeitsübertretungen von 3-4Kmh (ja das können die tatsächlich unterscheiden) mit ca. 300€ ahndet.
Fazit: man konzentriert sich weder auf die Straße, noch auf den Verkehr oder gar die Landschaft sonder schielt permanent auf den Tacho um bloß nicht zu schnell zu sein!

Dabei hätte die Landschaft so einiges zu bieten, weil wir einen Pass überqueren der ein unglaublich schönes Ambiente für die letzte Fahrt bietet. (irgendwas Richtung San Gotthard, Namen habe ich vergessen, vielleicht wegen der dünnen Luft oder dem Tacho gucken)
Jetzt mal eine kleine Fußnote, ich bin ja grundsätzlich ein ruhiger Mensch, jugendlich im Gedankengut (die Holde nennt es kindisch?! Tzzzz ich so lange die Luft angehalten bis sie es zurück genommen hat) und stets gutgelaunt, ABER das Fahren in der Schweiz macht mich so unrund das ich aus der Kombi fahren könnte. Im Ortsgebiet 50 (na gut) da fahren die immerhin fast 45, Überland 80kmh (ist nicht wirklich schnell) da sind die Schweizer mit 65 zufrieden und wenn es den Berg rauf geht dann genügen auch mal 55kmh.
Warum sich einer in diesem Land ein Fahrzeug kauf das schneller fährt als ein Rasentraktor ist mir schleierhaft! Ich hab dort einen BMW M3 überholt der vermutlich noch nie im 2 Gang war… Sogar die Motorradfahrer haben dieses Tempo drauf (vermutlich auch der Grund warum man überall Harleys sieht, die Traktoren sind ja für 80kmh konstruiert), hätte nicht eine deutsche BMW im Slalom überholt hätte ich vollends die Freude verloren.
Irgendwann halt ich es nicht mehr aus und biege auf die Autobahn ab, damit da endlich mal was weitergeht. Wir kommen gegen 19uhr in Feldkirch an und checken mal die Lage am Bahnhof.
Weil wir aber nicht 2Std. rumsitzen wird noch einmal ein Resti konsultiert bevor wir in die ÖBB Legebatterie schlüpfen und morgen die letzte Fahrt in den Hof (wo die KTM sonst steht) antreten.
Tachostand im Hof und jetzt auch schon fertig geputzt: 6.130km (wär hätte das gedacht)

Weil aber nicht alles im Leben nur eitle Wonne ist, erfahren wir, dass der Familien-Hund eingeschläfert werden musste, und so verbringen wir die letzen Stunden dieser Reise mit einer dicken Träne im Aug‘.
Für Ella
die süßeste, liebste und geduldigste Hündin
die die ganze Welt als ihren Schlafplatz betrachtete 
1998-2014
In loving memory

Unser kleins Hotel in Mailand

 

Lago di Como

 

so´n Pass in der Schweiz

 

22.6.14 20:35

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


frau vom gsiberger (22.6.14 22:07)
iIhr Lieben, wir haben jeden Eintrag mit Freude verfolgt....ich glaub es war eine unvergessliche Reise Schön, dass ihr auch wieder gesund und wohl heimkommt.
Tut mir sehr leid zu hören, dass Ellas Reise auch zu Ende gehen musste.....aber ich glaub sie hatte eine ebenso tolle Zeit ihr Hundeleben lang. bis bald! Bussl Karin


die Stratzinger (23.6.14 20:38)
Hallo Ihr Lieben, schön dass Ihr wieder gesund nach Hause gekommen seid! Der Blog war ein Hammer, wir haben uns tierisch über den Witz in den Kommentaren amüsiert, viel von Welt gelernt und sagen nur ein Bravissimo für diese Leistung! Danke von uns aus dem schönen Stratzing!
Carmen und Helmut!

PS.: Wir sind auch traurig über den Tod von Ella!

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