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Warum a²+b² leider c² ist

Also ich bin in Carcassonne am nächsten Morgen fit aufgewacht, was vermutlich an der nächtlichen Idee lag ein Samarin zu trinken (meine Holde reist mit einer beachtlichen Apotheke) und auch das trinkbare Leitungswasser war ein Vorteil.
Das morgendliche Packen geht inzwischen wie im Schlaf, ich schlafe und wenn ich erwache hat die Kommando Elfe bereits das meiste gepackt.
Mein Part ist danach die Streckenwahl, die von meiner Holden sorgsam boykottiert wird. Ich gebe dem Navi unser neues Ziel ein und heimlich die Option alle Autobahnen zu meiden und siehe da wir müssen die Strecke die wir nach Carcassonne zurückgelegt haben tatsächlich wieder retour fahren. (also ca. 160 km extra + Autobahnvermeiden + Distanz Sete-Eze)
Wir haben also eine 530km Fahrt vor uns (mir war das ja schon vorher Klar) die Elfe trifft es wie der Schlag. Wir zahlen und beginnen unsere Fahrt.
So jetzt vorab mal zu Frankreich und mir.
Wäre Frankreich Aschenputtel, dann bin ich die Stiefmutter, wäre Frankreich Churchill, dann bin ich der Sport, wäre Frankreich George W. Bush dann wäre ich Mission accopmlished. Ich denke sie verstehe jetzt.
Aber als Motorradfahrer, Rollerfahrer, Radfahrer oder alles was sonst noch eine Spur benötigt muss man die Franzosen einfach lieb haben. Was bei uns die Rettungsgasse (Faymanns politische Hinterlassenschaft) ist hier die Mopedgasse. Überhaupt verschlägt es die Franzosen vor lauter Zuneigung oder Respekt (vermutlich wurde hier jeder schon mal von einem Moped angefahren) aufs Bankett und man kann schön in der Mitte der Fahrbahn vorbei fahren.
Aus diesem Grund kommen wir gut voran und die ersten 150km verfliegen nur so, bis wir bei einer kleinen Patisserie halten und uns stärken. Das Gespräch ist nicht einfach da hier als zweite Fremdsprache keine Fremdsprache gesprochen wird. (wir reden hier von Jugendlichen und nicht Pensionisten) Ich versuche einen Cafe mit Milch (ok das geht noch, „Café o´le) und einen ohne Milch zu bestellen. (no Milk) Ich werde höflich angelächelt und man verwehrt mir den Zucker…
Hmm war so eigentlich nicht geplant. Praktischerweise ist ein nettes spanisches Pärchen vor der Theke das der Freundin der Dame hinter der Budel (Budel, umgangssprachlich für: Verkaufstresen) auf Spanisch sagt was ich möchte, die es wiederum in Französisch übersetzt. Na geht doch.
Danach sind wir wieder auf wunderschönen kleinen Straßen und kurz vor Aix en Provence als ich ein Unwetter bemerke. Wir sprechen jetzt nicht von einem Pipifax Regen sondern tiefschwarzer Himmel mit Sturm und Blitz und allem Drum und Dran! Hier beginnt das Problem, es treffen drei unabänderliche Dinge auf einander, die Naturgewallt eines Unwetters, die Logik des Navi und der unbeugsame Wille meiner Kommandoelfe. Was die Lage verschlimmert, keiner der Drei kommuniziert mit dem anderen, ich bin also Puffer. Während also die Elfe befiehlt, das Navi lenkt und das Unwetter zieht versuche ich durch geschickte Rhetorik, Eingriffe und Ablenkung die Drei von einander fern zu halten.
Ich ändere also den Kurs, was Zweien auffällt, klar dem Gewitter ist das wurscht. Die Holde nimmt es anfangs noch gelassen, das Navi aber beginnt wie wild zu kalkulieren und zu navigieren.
Irgendwann haben das Navi und ich uns geeinigt als die Holde vehement eine Erklärung für div. Umwege fordert. Naja das Navi spricht nicht, also bin ich fällig.
Nach langem hin und her (fahren u. sprechen) geht es über Marseilles und Toulon weiter, die Drei sind unabhängig voneinander zufrieden und wir legen die Strecke bis Cannes auf der Autobahn zurück.
Die Cote d´Azur ist, naja schon schön aber rein Verkehrstechnisch mühsam und wenn Cannes gerade internationale Preise vergeben werden hilft auch ein Moped nix mehr und man steht im Stau. Sehr zur Freude von illustren Look alikes die das Flackern meines Scheinwerfers für Blitze halten und sich posend über den Zebrastreifen bemühen.
Die Grand Corniche ist die Straße die all diese kleinen Orte vorm und aufm Berg verbindet, in schönster Südtirol Bergstraßen Manier. Die Straßen werden auch so genutzt, überall fetzen kleine und große Mopeds durch die Kurven, dass ich am liebsten die Koffer abwerfen und zwei Gänge runter schalten will.
Als wir nach 10Std. fahrt in Éze Village ankommen kann man die Holde vor Freude und ihren Bauch vor Hunger rumoren hören.
Schnell also das Zimmer gecheckt und gegenüber in die Pizzeria und noch was zu futtern besorgt. Eine Pizza um 19€ ist nur ein Vorgeschmack auf das heutigen Essen aber ganz gut, danach wird fast schon komatös geschlafen weil uns alles weh tut.

Hiermit verleihe ich zwei Titel am meine Holde:
1) Full Membership Iron Butt Europe   (für 10Std. Motorradfahren)
2) Aspirant Sauna Bezirksmeister (weil sie auch bei 49Grad mit Innenfutter in ihrer Motorradjacke gefahren ist, man weiß ja nie ob es noch Abkühlt)

Gute Nacht, oder Bonn Sua`s (wie die Franzosen sagen)

heute leider keine Fotos, die sind noch auf den div. Smartphones

19.6.14 00:35

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


bruno (19.6.14 14:21)
wie immer sehr schön geschrieben,.... zitat: "...klar dem gewitter ist das wurscht" brachte mich einem lachanfall sehr nahe gute reise weiterhin


Christoph (19.6.14 20:06)
danke, sind nur mehr zwei etappen.
morgen nach mailand und am samstag nach Feldkirch.
lg c

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